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Montag, 24.04.2023

Ist langsam auch im Kryptomarkt ein Ende der "Wild-West-Stimmung" erkennbar?

Seit seinem Höchststand im November 2021 (ca 62k USD) und seinem letztjährigen Tiefststand im Dezember 2022 (ca 16k USD) deutet Bitcoin mit einem aktuellen Kurs von ca 28k USD eine charttechnische Erholung an. Traditionell erwecken derartige Kursbewegungen die Gemüter der Propheten, welche neue Höchststände vorhersehen.

Fraglich ist, ob diese Vorhersagen auch eine möglicherweise notwendige Änderung des „Business Models“ berücksichtigen.

Das Parlament hat letzte Woche einerseits die ersten EU-Vorschriften zur Rückverfolgung von Kryptowertetransfers, zur Verhinderung von Geldwäsche sowie gemeinsame Regeln für Aufsicht und Kundenschutz gebilligt. Andererseits wurden mit der Billigung der MiCA-Verordnung auch neue Regeln für die Aufsicht und den Verbraucherschutz bei jenen Krypto-Assets geschaffen, welche nicht bereits unter die bestehenden Rechtsvorschriften im Finanzdienstleistungsbereich fallen. Damit sollte langsam auch im Kryptomarkt ein Ende der „Wild-West-Stimmung“ erkennbar sein.

Ebenso wie Finanzdienstleister seit 2007 aufgrund von MiFID & Co ihr „Business Model“ überprüfen und anpassen mussten, steht nunmehr der Kryptomarkt vor entsprechenden Herausforderungen. Sie müssen Transparenzvorschriften für einen bisher intransparenten Markt umsetzen. Betrachtet man Krypto-Assets als eine anerkannte Asset-Klasse, ist diese Regulierung wohl als längst überfällig und – trotz einzelner Kritikpunkte –positiv zu beurteilen.  

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Dr. Georges Leser
Gastautor
Der Wiener Rechtsanwalt und Kapitalmarktexperte beleuchtet im Rahmen seiner Gastbeiträge aktuelle Themen im Bereich Start-up, Krypto und des Kapitalmarktrechtes.